Berge gibt’s in Österreich viele. Und Bergbahnen erst. Eine richtig spektakuläre Gondel mit Panorama-Balkon gibt’s nur am Dachstein, dem höchsten Berg der Steiermark. Stehend mit dem Wind um die Nase schwebt man hinauf auf 2700 Meter. Oben wartet ein grandioses Bergpanorama, eine schwindelerregende Hängebrücke – und die Treppe ins Nichts. Wer traut sich?

Sechs Minuten. Länger dauert die Fahrt nicht mit der gelben Gondelbahn. An der Südseite des Dachsteinmassivs schwebt sie rauf Richtung Gletscher. Schulter an Schulter steht man hier. Immer näher kommt die Felsenwand auf einen zu, immer kleiner wird die Talstation. Der Wind pfeift um die Ohren. Ganz schön zugig hier oben in der Bergen. Gut, dass Mütze und Schal an diesem Maitag im Rucksack sind.

Der Berg ruft

Die Tour mit frischer Luft ist unglaublich gut. Wer sich nicht hinauf auf den Balkon traut: Auch die Fahrt in der Panorama-Gondel ist ein Erlebnis – selbst wenn 38 Euro für Berg- und Talfahrt nicht grade ein Schnäppchen sind. Lohnt sich aber unbedingt, vor allem bei gutem Wetter. Die Gondel ist rundum verglast und garantiert ebenfalls einen tollen Blick weit ins Land, bei gutem Wetter über Österreichs Berggipfel bis nach Tschechien und Slowenien.

Oben angekommen geht’s aber erst richtig los. Dort wartet Österreichs höchstgelegene Hängebrücke! Ein Meter breit, 100 Meter lang. Ein bisschen mutig muss man dafür schon sein, und vor allem Schwindelfrei. Wahnsinn, wie das Teil da am Bergmassiv über der Schlucht hängt. Beim Drübergehen wackelt es ordentlich. Der Wind bläst. Keine Angst, die Brücke hält laut Betreibern Windstärken bis 250 km/h aus.  Jetzt ist man dem Dachstein-Massiv ganz nah – und dem Abgrund. Das Adrenalin steigt. So fühlt sich Nervenkitzel an!

14 Stufen in Nichts

Am Ende der Brücke wird es aber erst so richtig spannend: die Treppe ins Nichts wartet. 14 schmale Stufen aus Eisen geht’s hinab, dann noch den letzten Schritt raus auf den Glaspodest. Die Beine wackeln ein bisschen. Kein Wunder! Ein bisschen ist das hier oben wie Schweben. Unter einem: nichts. Nur 400 Meter Tiefe und eine krasse Felswand.

Hinter einem: Berge, Berge, Berge! Das ist der perfekte Selfie-Spot, deswegen gibt’s hier oben oft auch Warteschlangen. Macht aber nichts. Die spektakuläre Aussicht vertreibt jede Langeweile. Wie faszinierend muss der Blick hier erst sein, wenn die Sonne auf- oder untergeht?

Selfiespot deluxe: die Treppe ins Nichts am Dachstein

 

Für den Bau der Hängebrücke samt Treppe haben die Österreicher 63 Tonnen Stahl und 30.000 Einzelteile verbaut, alles heranstransportiert mit Pistengeräten. Im Eingang zum Eispalast, der nächsten Attraktion, hängen faszinierende Fotos vom Bau.

Der Eispalast ist eher eine klassische Touri-Attraktion. Aus Eis geschnitzte Kunstwerke, das Brandenburger Tor, ein Thron, ein Gästebuch. Nett, wenn man sowieso da ist, ansonsten hat man auch nicht viel verpasst. Aufpassen muss man beim Durchgehen aber: Das Eis ist ziemlich glatt. Aber Wanderschuhe mit gutem Profil sind hier oben am Berg sowieso Pflicht!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nervenkitzel am Dachstein

Abenteuerfaktor? *****

Für wen? Adrenalinjunkies, Bergfreunde, Familien

Budget? Mindesten einen halben Tag Zeit und 38 Euro für Berg- und Talfahrt. Hinzu kommen 10 Euro für Brücke und Treppe. Tipp: Außerhalb der Saison ist der Spaß kostenlos!

Info: rund um den Dachstein.